Rund 200 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter, Akteure aus Politik, Verwaltung sowie Unternehmen kamen zur 21. DGB-Lausitzkonferenz in Hoyerswerda zusammen. Die Zukunftsmacher waren mit dem gut besuchten Fachforum „Generation Ausbildung – Wie moderne Berufsausbildung auf Augenhöhe gelingt“ dabei.
Nach einer Vorstellung unserer Arbeit mit den Schwerpunkten Ausbildungsmarketing, Innovationstransfer und Ausbildungsqualität standen drei Herausforderungen aus dem Ausbildungsalltag im Blickpunkt: Wie werden Unternehmen bei Jugendlichen sichtbarer? Wie gelingt gutes Preboarding und Onboarding? Und wie lassen sich Probleme früh erkennen, um Ausbildungsabbrüche möglichst zu verhindern?
Drei Gruppen, drei Herausforderungen
30 Minuten lang arbeiteten die Teilnehmenden in drei Gruppen und nahmen dabei bewusst die Perspektive eines Ausbildungsbetriebs ein.
Beim Thema Sichtbarkeit entstand eine breite Sammlung von Ideen. Neben Social Media, Ausbildungsmessen und Schulaktivitäten spielten vor allem die eigenen Beschäftigten und Azubis als Botschafter eine wichtige Rolle. Auch Familien, Vereine und Jugendclubs wurden als Wege zu jungen Menschen mitgedacht. „Miki und Kuki waren in früheren Zeiten das Gerüst vieler Unternehmen bei der Nachwuchspflege“, berichtete ein Teilnehmer aus der „Generation Erfahrung“. Miki steht für Mitarbeiterkinder, Kuki für Kundenkinder.
Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit den ersten 100 Tagen eines Azubis. Die Ideen reichten vom Kennenlerntreffen vor Ausbildungsbeginn über gut vorbereitete Arbeitsmittel und feste Ansprechpartner bis zu regelmäßigem Feedback und Angeboten von Azubis für Azubis. Preboarding wurde dabei ausdrücklich als Phase vor dem ersten Arbeitstag verstanden.
Gruppe drei fragte, wie sich Ausbildungsabbrüche früher erkennen und verhindern lassen. Hier ging der Blick weit über Leistungsprobleme hinaus. Diskutiert wurden unter anderem Sprachbarrieren, psychische Belastungen, Schutz vor Übergriffen, Vertrauenskultur, Patenschaften und die soziale Einbindung der Azubis.
Welche Lösungen kommen von der KI?
Im Anschluss trat die KI an. Sie erhielt die gleichen Ausgangslagen und entwickelte eigene Lösungen. Die KI lieferte in kurzer Zeit stark strukturierte Konzepte. Für die Sichtbarkeit entstand ein kompletter Sechs-Monats-Plan mit Aktivitäten, Budget und messbaren Zielen. Beim Onboarding entwickelte sie einen Ablauf von der Vertragsunterschrift bis zum 100. Tag mit festen Stationen und Verantwortlichkeiten.
Besonders interessant war der Vergleich beim Thema „Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“. Die KI konzentrierte sich stark auf messbare Leistungsstände, Lernfortschritte und ein digitales Frühwarnsystem. Die Gruppe hatte dagegen stärker soziale und persönliche Ursachen im Blick.
Es ging bei dieser Demonstration nicht um Mensch gegen KI, sondern um die Frage, wie sich beide Stärken verbinden lassen: Erfahrung, unterschiedliche Perspektiven und menschliches Gespür auf der einen Seite, schnelles Strukturieren und Konkretisieren auf der anderen.
Unser Fazit
Für die Zukunftsmacher war die Lausitzkonferenz Austausch in beide Richtungen. Es war für uns eine große Ehre, unsere Erfahrungen aus der Clusterarbeit in diesem Rahmen und vor diesem vielfältigen Teilnehmerkreis weitergeben zu dürfen. Gleichzeitig haben wir selbst neue Ansätze und Perspektiven aus Gewerkschaften, Betriebsräten, JAVen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft mitgenommen.
Klar wurde in den Diskussionen: Die KI-Technologie galoppiert voran. Wenn wir sie sinnvoll in die Ausbildung integrieren wollen, müssen wir Tempo aufnehmen. Es braucht klare Leitplanken und Sicherheit, Weiterbildung für Ausbildungspersonal und Azubis und einen Paradigmenwechsel beim Lernen und Prüfen.
Wenn KI künftig selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehört, muss Ausbildung stärker vermitteln, wie wir diese Werkzeuge fachlich sinnvoll einsetzen, ihre Ergebnisse beurteilen und Verantwortung dafür übernehmen.

