Rund 50 Personalverantwortliche aus der Lausitz trafen sich beim Personalertreff Oberlausitz im ENERGY Görlitz. Mit dabei waren zahlreiche Unternehmen aus dem Ausbildungscluster Zukunftsmacher. Für sie bot der Tag die Gelegenheit, sich mit Personalern aus anderen Branchen auszutauschen, beim Blick über den eigenen Gartenzaun neue Perspektiven mitzunehmen aber auch Erfahrungen weiterzugeben.

Was junge Menschen von Arbeitgebern erwarten

Mit dem „Lausitz Monitor Spezial Fachkräfte“ von Dr. Jörg Heidig und Stefan Bischoff sowie der Keynote von Selina Schröter, LinkedIn Top Voice „Next Generation“, standen gleich am Vormittag Themen auf dem Programm, die auch die Ausbildungsunternehmen beschäftigen.

Junge Menschen erwarten Klarheit darüber, was sie im Unternehmen erwartet und welche Entwicklungsmöglichkeiten sie haben. Schröter empfahl unter anderem, Feedback nicht für das jährliche Mitarbeitergespräch aufzusparen und junge Beschäftigte stärker einzubeziehen. Ein Ansatz dafür ist Reverse Mentoring: Azubis oder junge Fachkräfte geben ihre Erfahrungen an ältere Kollegen und Führungskräfte weiter. Lernen funktioniert damit in beide Richtungen.

Eine Zahl aus dem Lausitz Monitor machte zudem Mut: 64 Prozent der Auszubildenden und Studierenden in der Lausitz blicken optimistisch auf ihre persönliche Zukunft. In anderen Beschäftigtengruppen tut dies nur etwa jeder Zweite.

Wissen aus dem Cluster für andere Branchen

Am Nachmittag wurde in Werkstätten praktisch gearbeitet. Dabei konnten Erfahrungen weitergegeben werden, die auch aus der Arbeit im Ausbildungscluster Zukunftsmacher entstanden sind.

Das gilt besonders für Social Media. Gemeinsam mit den Clusterunternehmen beschäftigen wir uns damit, wie Ausbildungsbetriebe junge Menschen erreichen. Beim Personalertreff ging es deshalb nicht nur um einzelne Posts. Social Media braucht Unterstützung im Unternehmen, feste Ressourcen und ein Team, das regelmäßig Inhalte entwickelt. Gerade Azubis können dabei eine wichtige Rolle übernehmen und Einblicke liefern, die zur Zielgruppe passen.

Auch Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zur Clusterarbeit. Beim Personalertreff zeigte Christoph Scholze von tragwerk, wie KI Personaler bei Stellenanzeigen, Interviewleitfäden oder Onboarding-Plänen unterstützen kann. Wichtig bleibt dabei die Trennung zwischen Assistenz und Entscheidung: KI kann vorbereiten und strukturieren, die Verantwortung für Personalentscheidungen bleibt beim Menschen.

Über den Gartenzaun schauen

Für die Zukunftsmacher war der Personalertreff damit auch ein Transferformat. Wissen, das gemeinsam mit den Unternehmen im Ausbildungscluster entwickelt und erprobt wird, konnte an Personalverantwortliche aus anderen Wirtschaftsbereichen weitergegeben werden. Gleichzeitig brachten deren Erfahrungen neue Perspektiven für die weitere Clusterarbeit.

Gerade dieser Austausch über Branchen hinweg ist wertvoll. Denn bei der Gewinnung junger Menschen stehen ein Industriebetrieb, eine Verwaltung oder eine Diakonie an vielen Stellen vor ähnlichen Fragen.

Den ausführlichen Bericht mit allen Ergebnissen des Personalertreffs gibt es bei jobs-oberlausitz.de.

Fotos: Paul Glaser