Was passiert mit Kunststoff, nachdem er im Gelben Sack gelandet ist? Ein Teil davon kann als Rohstoff für neue Produkte genutzt werden. Wie das funktioniert, haben wir bei unserem neuen Clustermitglied DRS Rohrwerke Sachsen in Salzenforst gesehen.

DRS verarbeitet jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen recyceltes Polyethylen. Dazu gehört auch Material aus dem Dualen System. Seit 2017 wurden nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als 41.000 Tonnen davon wiederverwertet. Ein gefüllter Gelber Sack wiegt im Durchschnitt etwa 2,5 Kilogramm. Rechnerisch entspricht die bei DRS verarbeitete Menge damit dem Inhalt von mehr als 16 Millionen Gelben Säcken.

Aus dem Recyclingmaterial entstehen neue Rohre, zum Beispiel zum Schutz von Stromkabeln oder Telekommunikation. Die Rohre sind auf eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren ausgelegt und können anschließend erneut recycelt werden.

DRS kann Kunststoff auch selbst aufbereiten. Die eigene Granulieranlage schafft rund 4.000 Tonnen pro Jahr. Der Kreislauf soll künftig noch enger werden. Ein neuer Schredder soll Kunststoffreste aus der Produktion direkt vor Ort zerkleinern, damit das Material wieder in die Produktion zurückgeführt werden kann.

Auch bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren geht DRS eigene Wege und arbeitet dabei unter anderem mit der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen.

Von 20 auf 86 Mitarbeiter

DRS wurde 2009 gegründet und gehört seit 2015 zur Frank-Gruppe. Aus anfangs rund 20 Mitarbeitenden sind inzwischen 86 geworden. Die nächste Erweiterung des Standortes ist bereits geplant.

Geschäftsführer Andreas Seibel begleitet die Entwicklung seit 2018. Gemeinsam mit Produktionsleiter Manuel Duany und Personalchefin Anne Kebschull führte er uns durch das Unternehmen und zeigte uns Produktion und Ausbildung.

DRS bildet Maschinen- und Anlagenführer, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik sowie Industriekaufleute aus. Auch in der Lagerlogistik wird für den eigenen Bedarf ausgebildet. Die Azubis lernen direkt in der Produktion und erleben den Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.

Vernetzt bei Polysax

Kennengelernt haben wir DRS bei einem Netzwerktreffen unseres Partners Polysax. Dort ging es um die Frage, wie Unternehmen Social Media nutzen können, um sichtbarer zu werden und neue Mitarbeiter und Auszubildende zu erreichen.

Aus dem ersten Kontakt wird nun konkrete Zusammenarbeit. DRS ist neues Mitglied bei den Zukunftsmachern. Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, den Ausbildungsbetrieb und seine Berufe bei jungen Menschen sichtbarer zu machen. Geschichten dafür gibt es genug. Wie aus Recyclingmaterial neue Rohre entstehen, ist eine davon.

Außerdem wollen wir gemeinsam schauen, wie Künstliche Intelligenz die Ausbildung bei DRS unterstützen kann. Bei unserem ersten Termin haben wir deshalb bereits an Stellenanzeigen, verständlicher Sprache und Ideen für das Ausbildungsmarketing gearbeitet.

Willkommen bei den Zukunftsmachern, DRS-Rohrwerke Sachsen!

Fotos: Annett Miethe