Wie gelingt gute Zusammenarbeit zwischen den Generationen im Betrieb? Dieser Frage widmeten sich rund 20 Auszubildende, Ausbilder, Personalverantwortliche und Führungskräfte beim zweiten Generationendialog von Revierwende und dem Ausbildungscluster Zukunftsmacher im Energy Space von Siemens Energy Görlitz.

Dabei wurde schnell deutlich: Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – und viele haben bereits gute Lösungen entwickelt. Genau darin lag der besondere Wert des Workshops. Statt jedes Unternehmen für sich nach Antworten suchen zu lassen, wurden Erfahrungen geteilt, erfolgreiche Ansätze vorgestellt und neue Ideen gemeinsam weitergedacht.

Gute Ideen sichtbar machen

Deutlich wurde, wie wichtig gemeinsame Werte für die Unternehmenskultur sind. Einige Betriebe arbeiten bereits aktiv mit Leitbildern, andere suchen noch nach Wegen, diese im Alltag erlebbar zu machen. Daraus entstand die Idee, Werte nicht nur zu formulieren, sondern auch sichtbar in den Unternehmen zu verankern – beispielsweise durch Workshops oder kreative Gestaltungen im Betriebsumfeld.

Ankommen braucht Begleitung

Auch beim Thema Ausbildungsstart zeigte sich, dass viele Unternehmen ähnliche Erfahrungen machen. Besonders positiv wurden Buddy-Modelle bewertet, bei denen erfahrene Azubis oder junge Mitarbeitende neue Auszubildende begleiten. Was in einigen Betrieben bereits erfolgreich funktioniert, könnte auch für andere Unternehmen ein hilfreicher Ansatz sein, um den Einstieg zu erleichtern und Unsicherheiten abzubauen.

Kompetenzen gemeinsam denken

Ein Thema, das nahezu alle Teilnehmenden beschäftigte, war die Frage nach den Kompetenzen der Auszubildenden. Welche Fähigkeiten bringen junge Menschen bereits mit? Wo liegen ihre Stärken? Und welche Kompetenzen sollen sie während ihrer Ausbildung entwickeln?

Aus diesem Austausch entstand die Idee einer Kompetenzmatrix, die sowohl den Ausgangspunkt als auch die Entwicklungsziele sichtbar macht. Weil der Bedarf bei vielen Unternehmen ähnlich ist, könnte eine gemeinsame Lösung fürs Ausbildungscluster sinnvoll sein.

Verantwortung statt Beschäftigungstherapie

Mehrere Unternehmen berichteten von positiven Erfahrungen, wenn Auszubildende früh Verantwortung übernehmen dürfen. Besonders viel Zustimmung erhielt die Überlegung, Azubis selbst Projekte oder Aktionen zu übertragen, beispielsweise im Bereich Arbeitsschutz. Wer selbst organisiert, plant und präsentiert, entwickelt Kompetenzen oft schneller als durch reine Wissensvermittlung.

Aus Fehlern Wissen machen

Auch beim Umgang mit Fehlern konnten viele Erfahrungen zusammengetragen werden. Einige Teilnehmende berichteten, wie wertvoll es ist, reale Beispiele aus dem Berufsalltag in die Ausbildung einzubringen. Wenn Ausbilder von eigenen Missgeschicken erzählen – vom beschädigten Kabel bis zur Fehlentscheidung unter Zeitdruck – entstehen Lernmomente, die authentisch sind und im Gedächtnis bleiben. Eine offene Fehlerkultur stärkt Vertrauen und schafft Lernchancen – man könnte diese Kultur durch regelmäßige Fuckup-Events pflegen („Mein schönstes Scheitern“).

Entwicklung sichtbar machen

Mehrere Unternehmen arbeiten bereits mit klaren Verantwortungsbereichen und Entwicklungsstufen für ihre Auszubildenden. Verantwortungspläne und klar definierte Meilensteine schaffen dabei Orientierung und machen Fortschritte sichtbar. Wichtig ist es, erreichte Etappen bewusst wahrzunehmen und gemeinsam zu feiern.

Ausbilder ausbilden

Nicht nur Auszubildende lernen ständig dazu. Auch Ausbildungspersonal steht vor immer neuen Anforderungen: Wie vermittle ich Wissen verständlich? Wie gehe ich mit unterschiedlichen Lerntypen um? Wie begleite ich junge Menschen erfolgreich durch ihre Ausbildung? Speziell in Sachen Methodik und Didaktik sind Weiterbildungsangebote für ausbildende Fachkräfte sowie für die Ausbilderinnen und Ausbilder sinnvoll.

Netzwerke schaffen echten Mehrwert

Der zweite Generationendialog hat gezeigt, welchen Mehrwert Austauschformate bieten. Viele Lösungen zu einem guten Miteinander der Generationen existieren bereits in Unternehmen. Durch das gemeinsame Arbeiten konnten Erfahrungen geteilt, Ansätze weiterentwickelt und neue Impulse gesetzt werden.

Genau dafür steht das Ausbildungscluster Zukunftsmacher: Unternehmen miteinander ins Gespräch bringen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln, von denen alle profitieren.

Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Kooperationspartner Revierwende für die erneut großartige Zusammenarbeit sowie dem Team des Energy Business & Event Space auf dem Gelände von Siemens Energy Görlitz für die inspirierende Atmosphäre und die exzellente Organisation.

Fotos: Paul Glaser